KJUI Darstellung Märchen Sprache

Wir Menschen brauchen unsere Märchen


Einst stand ein Mädchen am Eingang des Marktplatzes. Niemand sprach zu ihr, alle schauten sie nur kurz an. Dabei war sie den Leuten zugewandt, sie war wachen und klaren Blickes. Sie stand da, ohne Schnörkel. Ihr Haar war offen, ihre Kleider schlicht. Doch wen auch immer sie ansprach, niemand hörte zu. Die Leute sahen zu Boden und gingen vorüber.

Dort, auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes, stand eine Frau, die trug einen großen, schönen Umhang und alle standen um sie herum und hörten ihr zu. Wie schön sie redete und lachte und gurrte.

Das Mädchen ging hinüber, hin zu der anderen Seite des Marktes, hin zu der Frau und fragte sie: "Wer bist du, warum hören die Leute dir zu und mir nicht?" Die Frau sah das Mädchen an und fragte: "Sag mir, wer bist du?" "Ich? Ich bin die Wahrheit." "Ahh. So also, bist du es." Und die Frau lächelte und öffnete ihren Umhang, ihren weiten, reich verzierten Umhang. "Komm her, sei bei mir, denn ich bin das Märchen und in all meinen Geschichten bist du vorhanden."


Märchen in der Erzählung vor Publikum
Märchen in Malerei und Gestaltung
Märchen in Schulprojekten