KJUI Podcast - Drachen und Bauern im Valentinsmonat

Drachen & Bauern im Valentinsmonat

Audio kompakt


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Im Febraur des Jahres tummelt sich Einiges im sozialen und universalen Gefüge. Allen voran Lichtmess, dann folgt Valentin. Zu beiden gibt es Herleitungen, die von alters her zeugen.

In 2024 gibt es die Besonderheit, dass Valentin mit dem Aschermittwoch zusammen fällt und das Chinesische Neujahr des Holz-Drachen beginnt auch noch.

Aber fangen wir von vorne an:


Lichtmess

Im universalen Kontext geht es um die Wiederkehr des Lichts. Erinnern Sie sich an das Märchen vom Knecht Ruprecht? Der war einer aus dem wilden Heer, und Knecht des wilden Jägers. Die ganze Geschichte handelt davon, dass man auf der Suche nach der heiligen Frau ist, auf dass sie nur schnell wieder komme und das Licht mitbringe. So richtig sichtbar wird sie dann für alle aber nicht im Dezember, sondern im Februar. Alle Urvölker und alle Religionen haben der alljährlichen Wiederkehr des Lichts ihre Bedeutung, gleich welchen Namens, gegeben. Und weil das Wiedererwachen aller Lebenssäfte dazu gehört, waren sowohl Orgien als auch Opferungen von Tieren und die Völlerei Programm.

Alle Jahre im Februar kommt also in unseren Breiten das Licht zurück. Es steigt wieder über jenen Berg dort, es dringt wieder durch jene Öffnung, es wärmt wieder jenen Stein auf der Lichtung. Das Leben nach der Winterzeit kommt wieder in die Gänge und da ist es ganz natürlich, dass das Bauernneujahr auf diesen Monat des Jahres fällt.

"Bauer, lass uns Lichtmess machen!"

Hörte der Bauer seinen Knecht oder seine Magd dies sagen, endete der Jahresvertrag. Es war Zahltag und der Knecht oder die Magd zogen fort und suchten sich eben eine neue Anstellung. Wer blieb, bekam zumindest sein Dinggeld und einen Tag frei. Wer ging, bekam neben der Auszahlung auch Kleidung und Wegzehrung. Überhaupt wurde an diesem Zahltag gut gegessen. Weit verbreitet waren Küchlein aller Art, die sich wohl auch als Wegzehrung eigneten, und Pfannkuchen im Speziellen. Pfannkuchen in Europa und Maisfladen in Mexiko erinnerten zudem auch an die Sonne in ihrer gelben, runden Gestalt.

Und natürlich gab es auch gleich ein paar Bräuche, die sich dazu gesellten. So wurde mancherorts der erste Pfannkuchen in die Luft geworfen, wieder aufgefangen und eine Münze in ihn eingewickelt. Dieses Pfannkuchen-Münzengebilde legte man ein Jahr lang auf den Schrank (wenn da mal nicht die Mäsue dran gingen) und im Jahr darauf soll die Münze dann dem erstbesten Armen gegeben werden.
Jeder der nachfolgend gebackenen Pfannkuchen, der beim Wenden nicht in der Pfanne landete, galt als Unglücksbote. Um das abzumildern, wurden diese Küchlein schnell verfüttert, nämlich an die Vögel, auf dass sie den Bauern vor dem Wolf warnen, oder an die Hühner, auf dass sie viele Eier legen.

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In der folgenden Geschichte vom dicken fetten Pfannkuchen entscheidet der Pfannkuchen selbst, was mit ihm geschieht.

Und das ist längst nicht in allen Geschichten, die es über diese Art Küchlein gibt, der Fall. Es sind Pfannkuchen und gelbe Klöße, Pfefferkuchen und Fladenbrote unterwegs in Nord und Süd und Ost und West. Auch die Umkehrung gibt es, ein Käse aus Ungarn zum Beispiel und ein aus Ton gebackenes Menschlein (aus Russland) sind ihrerseits unterwegs und essen alle anderen auf, bis ein rettender Schweinehirt oder eine Ziege dem Ganzen Einhalt gebietet.

Hier nun die Geschichte des dicken fetten Pfannkuchens, wie ich sie erzähle:

Ob zu Lichtmess oder nicht, da waren einmal drei Freundinnen, die sich ein Weibertreffen gönnten und sich schöne runde Pfannkuchen backen wollten. Was braucht man dazu: Eier, Milch, Mehl, Butter und eine Pfanne auf dem Herd. Die eine hatte Kühe, also auch Milch und Butter, die andere hatte Hühner, also Eier und die dritte war die Müllerin, die hatte das Mehl. Sie verabredeten sich bei der Müllerin auf dem Mühlberg und dort in der Küche war alles beisammen.

Jetz rührten sie den Teig an und dann gaben sie die Butter in die heiße Pfanne und die erst Kelle voll Teig hinein. Oh wie der aufging, wie der duftete. Jetzt musste er nur noch gewendet werden, aber da geschah dieses: Die heiße Butter spritzte heftig, der Pfannkuchen hob sich, fiel wieder in die Pfanne zurück, hob sich erneut und begann regelrecht in der Pfanne zu tanzen!
Die Müllerin nahm geschwind die Pfanne vom Herd und versuchte den Pfannkuchen zu wenden, aber die Butter spritzte so heiß und traf sie am Arm, sodass sie die Pfanne weit von sich warf!
Da sprang der Pfannkuchen heraus und rollte den drei Weibern davon. Er rollte und rollte immerzu, geradewegs in den Wald hinein.

Da begegnete ihm ein Häschen, das rief: "Dicker, fetter Pfannkuchen, bleib stehn, ich will dich fressen!" Und der Pfannkuchen antwortete:

"Ich bin den drei Weibern entwischt
und soll dir Häschen nicht entkommen?"

Und er rollte im zick zack, so wie ein Hase rennt, und rollte und rollte tiefer in den Wald hinein. Da kam ein Wolf angelaufen und rief: "Dicker, fetter Pfannkuchen, bleib stehn, ich will dich fressen!" Und der Pfannkuchen antwortete:

"Ich bin den drei Weibern entwischt
und dem Häschen im zick zack,
und soll dir Wolf nicht entkommen?"

Und er rollte und rollte hin zum Bach und rollte über Steine und sprang über den Bach, hinaus aus dem Wald, auf eine Lichtung. Da kam ein Reh gesprungen und rief: "Dicker, fetter Pfannkuchen, bleib stehn, ich will dich fressen!" Und der Pfannkuchen antwortete:

"Ich bin den drei Weibern entwischt
und dem Häschen im zick zack
und dem Wolf im Sprung über den Bach
und soll dir Reh nicht entkommen?"

Und er rollte und rollte und duckte sich tief, und rollte unter dem Zaun hindurch, auf die große Wiese. Da kam eine Kuh herbeigerannt und rief: "Dicker, fetter Pfannekuchen, bleib stehn, ich will dich fressen!" Und der Pfannkuchen antwortete:

"Ich bin den drei Weibern entwischt
und dem Häschen im zick zack
und dem Wolf im Sprung über den Bach
und dem Reh geduckt unter dem Zaun hindurch
und soll dir Kuh nicht entkommen?"

Und er rollte und rollte in schwingenden Kurven, den Feldweg dicht am Zaun entlang. Da kam eine Sau angerannt und rief: "Dicker, fetter Pfannkuchen, bleib stehn, ich will dich fressen!" Und der Pfannkuchen antwortete:

"Ich bin den drei Weibern entwischt
und dem Häschen im zick zack
und dem Wolf im Sprung über den Bach
und dem Reh geduckt unter dem Zaun hindurch
und der Kuh in schwingenden Kurven den Feldweg dicht am Zaun entlang
und soll dir Sau nicht entkommen?"

Und er rollte und rollte den Weg entlang und dann die feste Straße, hinein ins Dorf. Und dort im Dorf, dort an der Wasserpumpe, da waren drei Kinder, die hatten so lange schon nichts mehr gegessen und sie riefen:

"Dicker, fetter, Pfannkuchen. Bitte, bleib stehen!
Wir haben so lange schon nichts mehr gegessen!"

Da sprang der Pfannkuchen den Kindern in den Korb und ließ sich von ihnen essen. Und die Kinder waren sehr glücklich!

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Valentin und Aschermittwoch

Die beiden haben nicht viel miteinander zu tun, oder doch? Finden sich in den Bräuchen nicht auch Gleichnisse? Ja, aber.

Der Valentinstag zieht seine Bräuche tatsächlich zu Teilen aus Minnesang und Vogelhochzeit und den Lupercalien. Namensgeber aber ist mit ziemlicher Sicherheit Valentin von Terni, der sich traute, die Liebenden zu trauen, auch wenn es nicht standesgemäß war. Er bediente sich des kleinen Tricks der christilichen Trauung, d.h. zur Not musste man schnell noch den Glauben bekennen. Ein geringer Preis für die Liebe - oder? Nicht in jedem Fall, nein! Denn Valentin von Terni lebte im 3 Jh. und das war bekanntlich die Zeit, in der die Christenverfolgung arg war. Hin und wieder wurden die Liebenden also im Märtyrium vereint und auch der Bischof Valentin wurde ob seiner Vergehen gegen den römischen Kaiser schlichtweg hingerichtet.

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Nun sollen Sie nicht bei jedem Schnittblumenstrauß zu Valentin auch an all das Blutvergießen denken, sondern vielmehr an die Kraft der Liebe, die sich eben genau darüber erhebt.

Um eine erste Verknüpfung von Liebe und Asche-rmittwoch herzustellen bediene ich mich eines Märchens aus Marokko.

Aicha Rmada (eishat ramadan)

Es war einmal ein liebliches, kleines Mädchen, das man Aicha nannte.
Die Eltern schickten das Kind alle Tage zu einer Lehrerin, damit es Spinnen und Weben lerne. Die Lehrerin war eine ehrgeizige Frau und sie hatte eine Tochter, die Mädchen lernten also zusammen.
Aicha war fleißig und herzensgut. Eines Tages aber starb die Mutter.
Als die Lehrerin das erfuhr, fasste sie gleich einen Plan, denn sie war ledig, Witwe? Ich weiß es nicht. Aber sie sagte zu Aicha: „Geh zu deinem Vater und sage ihm, er könne doch nicht so allein bleiben, sein Haushalt bedarf einer erfahrenen Frau. Ich habe dich sehr lieb, kleine Aicha, weißt du. Er kann mich heiraten. Dann sind wir zu viert.“

Das Kind, das all dem Glauben schenkte, ging noch am gleichen Abend zum Vater und sagte ihm, dass sie sehr froh wäre, wenn er die Lehrerin heiraten würde.
Der Vater aber sagte: „Ich werde darüber nachdenken und sie vielleicht auch heiraten, aber erst, wenn du groß genug bist, um den oberen Riegel an der Haustüre selbst zu öffnen und zu schließen.“
Als die listige Lehrerin das hörte, riet sie Aicha, ein paar Kissen aufeinander zu legen und hinaufzuklettern. Tja und Aicha tat so und der Vater heiratete also die Lehrerein.

Und Aicha konnte bald wirklich den Riegel selbst öffnen und je mehr sie heranwuchs, desto mehr war ihre Schönheit unübersehbar. Die jungen Männer der Stadt hatten nur Augen für die liebliche Aicha und beachteten die Tochter der Lehrerin nicht. Der Neid machte sich breit und die Lehrerin mischte Asche mit Wasser, verschmierte das schöne Gesicht Aichas, so dass man sie fortan Aicha Aschgrau nannte.

Doch – wir sind in einem Märchen – und da kam eines Tages auch eine gütige Fee undzwar genau zur rechten Zeit.
Denn der Sultan des Landes hatte Spinnerinnen und Weberinnen nötig für seinen Haushalt. Eine Anstellung im Palast zu bekommen, bedeutete schon etwas und außerdem war der Sultanssohn noch ledig!
Eine Dienerin des Sultans zog nun also durch die Medina, um den Aufruf zu starten und in allen Häusern geschickte Mädchen ausfindig zu machen. Alle machten sich auf und zogen los zum Palast, um dort im Saal ihre Fertigkeiten zur Schau zu stellen.
Bevor nun Mutter und Tochter in den Sultanspalast gingen, schmierte die Lehrerin Aicha noch einmal ordentlich das Gesicht mit Asche voll und hieß sie, das ganze Haus gründlich sauber machen.

Kaum waren sie fort, stand die Fee im Raum, erledigte mit einer einzigen Handbewegung alle Arbeiten, lächelte das Mädchen freundlich an und – mit einer weiteren Handbewegung war Aicha frisch gewaschen und in feine Gewänder gehüllt. An ihren Füßen trug sie bestickte Babuschs, so schön und so zierlich, wie sie noch nie jemand gesehen hat.
Die Fee selbst führte sie an Mutter statt zum Palast. Wie erschraken da die Stiefschwester und die Stiefmutter. Das ging doch nicht mit rechten Dingen zu. Aber verraten konnten sie sich selbst auch nicht, das wäre gegen den Befehl des Sultans gewesen.

Aicha spann schneller und besser, als alle anderen im Saal und weil sie noch vor den beiden zu Hause sein musste, um sich auch wieder in alte Kleidung und Asche zu hüllen, rannte sie schnell aus dem Saal. Ihr nacheilend verschwand auch die Fee. Das Mädchen aber verlor einen Babusch und ein Diener hob ihn auf. So etwas Feines und Verziertes hatte er noch nie gesehen. Er brachte den Schuh dem Sohn des Sultans und der musste ein wahrer Schuhfetischist gewesen sein, denn er verliebte sich sofort – in die Besitzerin, die er ja nicht kannte. Er erklärte also ohne zu zögern, dass er das unbekannte Mädchen heiraten werde!

Eine erfahrene Dienerin wurde beauftragt, die ganze Stadt nach der Besitzerin abzusuchen und den Babusch an jedem Fuß zu probieren. Nachdem sie fast die ganze Altstadt abgeklappert hatte, kam sie zum Hause Aichas. Die Stiefmutter, welche die Dienerin hatte kommen sehen und auch wusste, worum es ging, hatte Aicha kurzer Hand in einen Teppich gewickelt und bei der Dachttüre oben versteckt.
Die Dienerin probierte den Schuh am Fuße der Stiefschwester, doch er passte bei weitem nicht. So ging sie enttäuscht hinaus, doch bald schon traf sie auf eine alte Frau, die ihr entgegen kam und sagte: „In dem Hause, das du eben besucht hast, gibt es noch ein Mädchen. Du hast sie nicht gesehen, denn sie ist in einen Teppich gewickelt worden, der an der Dachtüre lehnt. Geh zurück und probiere auch diesem Mädchen den Babusch an, so wie es der Befehl des Sultans will.“

Unnötig zu erklären, dass diese alte Frau die Fee war.

Die Dienerin also ging zum Haus zurück und klopfte erneut an die Tür. Sie bat nun, das Haus sehen zu dürfen, es sei so schön aufgeräumt und so gut eingerichtet. Das gefiel der ehrgeizigen Frau und sie führte die Dienerin herum, nicht ohne stets und ständig ihre Tochter zu zeigen und zu lobpreisen.
Wie erstaunt war sie aber, als die Dienerin oben am Dachboden schnurstracks auf den Teppich zuging und Aicha daraus befreite. Und wütend waren sie, denn der Babusch passte wie angegossen, es war eben ein Feenschuh!

Triumphal wurde Aicha in den Sultanspalast geführt und der junge Prinz sah seinen Herzenswunsch in Erfüllung gehen. Tagelang wurde gefeiert und während dort wohl noch immer gefeiert wird, wollen wir uns an einer Handvoll Datteln schadlos halten.

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Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit der Christen vor Ostern. Was den Christen das Osterfasten ist, ist den Muslimen der Ramadan – der startet in 2024 am 10. März. Asche ist auch im Spiel, entweder aus verbrannten Palmblättern oder Weihrauch.

Es heißt, die Fastentage dienen der Umkehr und Buße – und das bedeutet für beide Religionen so einiges an Verzicht: Essen, Trinken, Rauchen und Sex zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang sind nicht erlaubt.
Die Fastentage dienen der Besinnng – worauf? Ganz ehrlich, wenn ich daran denke, dass Valentin sterben musste, weil er die Liebe vertrat, wenn ich an den Fanatismus und die Greueltaten im Namen jedweder Religion denke, ist mir nicht wohl.

Dennoch ist die individuelle "Reinigung und Rückbesinnung“ im Rahmen einer Fastenzeit nicht zu verachten. Und da klinkt sich auch das Fastnachtteiben ein.

Karneval, das heißt carne, lateinisch = Fleisch und vale auch Lateinisch = Auf Widersehen. Doch geht es in der Zeit des bunten Treibens eben nicht nur um den Körper, sondern auch darum, alles angestaute auszukehren. Es ist erlaubt, die Gedanken zu reinigen und das, was den Vorgesetzten und Obrigkeiten gegenüber gärt, auch auszusprechen.
Vielleicht nicht ganz erkennbar – also unter Maske – und vielleicht nicht ganz deutlich – also als Satiere. Und die Satiere ist kein Monolog darüber, was wäre wenn man König von Deutschland wäre. Satiere bezieht sich auf ein Gegenüber! Das Gegenüber ist der Spiegel

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Die Karnevalzeit ist eine wichtige soziale Komponente und eine Form der Wahrheit, die ihresgleichen sucht!

Dieser Satz stammt nicht von mir, sondern von einem der sich auskennt in all den Karnevalgebahren. Die Baseler Fastnacht ist eine andere als die in Köln und Büttenreden sind nicht einfach nur Büttenreden. Es gibt einen regelrecht poetischen Wettstreit an den Schnitzelbänken und sich ganz zu verkleiden, so dass man unerkannt bleibt, ist nicht zu verachten, eben, um frei zu sein in der Auskehr der Gedanken. Und anschließend ist die Fastenzeit. Alles ist gehört, alles ist gesagt und dann kann in aller Ruhe die Reflexion starten.

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Das Holz-Drache-Jahr

Seit dem 10. Februar 2024 ist der Glücksdrache in seinem Holzelement für alle wirksam. Dieses Zeichen steht für Kraft, Stärke und Energie und verspricht Glück und Wohlstand. Ich bin ein Holz-Drache von Geburt. Tja, aber.

Wie geht das zusammen?
Nun, dazu habe ich mir Gedanken gemacht.

Fangen wir mit dem Wissen der östlichen Welt an:

Ein Drache braucht für seine Entwicklung 3.000 Jahre.
In den ersten 500 Jahren der Entwicklungszeit ist er in einem Stein und schlüpft dann aus dem Steinei als Wasserschlange heraus und gleitet ins Wasser.
Diese Wasserschlange wächst und wächst weitere 500 Jahre und dann formt sich ihr ein Karpfenkopf.
Nun folgen die nächsten 1.000 Jahre der Entwicklungszeit. Dem Karpfenkopf wächst ein Bart, dem Körper wachsen Schuppen und Adlerklauen und Ohren, aber mit diesen Ohren kann er nichts hören, der Jungdrache in Entwicklung. Erst wenn am Ende dieser zweiten Etappe dem Karpfenkopf, dem Jungdrachen also, ein Hirschgeweih gewachsen ist, dann kann er mit diesem Hirschgeweih gleich ganz ins Universum lauschen, das ist sein Hörorgan.

In der letzten Etappe über 1.000 weitere Jahre werden sich sieben Perlen auf seinem Körper ausbilden, die für bestimmte Erfahrungen und Entwicklungen, so gesehen für die Persönlichkeit des jeweiligen Drachen stehen. Am Ende dieser 3.000 Jahre Entwicklungszeit aus dem Steinei zur Wasserschlange, über den Karpfenkopf und die Veränderung des Körpers bis hin zur ausgeprägten Persönlichkeit muss er eine Entscheidung treffen, um ganz zu einem Glücksdrachen werden zu können: Er muss sich sechs der sieben Perlen von seinem Körper entfernen.

Finde die Perle, die bleibt.

Schauen wir hinüber in die westliche Welt:

Und legen wir ein Lineal an von Drache zu Mensch. Angenommen 100 Drachenjahre sind ein Menschenjahr.
Gut, wir schlüpfen früher, nicht erst mit fünf Jahren, aber nach fünf Jahren ist diese vom Ich zum Du Kindphase abgeschlossen. Dann geht es ins „kalte Wasser“ – Kindergarten, Schule und mit 10 Jahren hat das Kind andere Züge angenommen.
Nun startet eine neue Phase. Dem Karpfenkopf wächst der Bart und Adlerklauen und Schuppen und Ohren, mit denen er nichts hören kann. Welcher Jugendliche hört schon gern auf die Alten. Größer und ungestümer werden sie – die Jungendlichen gleich dem Drachen.

Da scheinen unsere westlichen Heldengeschichten angesiedelt zu sein: In der Bekämpfung jugendlicher Drachen, vergleichbar mit jungen Menschen zwischen 15 und 30.

Ich unterlege meine Gedanken einmal mit drei Etappen in den Drachenerzählungen:

Georg und Sigurd sind für mich keine Helden, es fehlt die Weitsicht.
Cernunnos hat gezähmt und Martha von Bethanien (Jerusalem), die als Christin nach Marseille (Frankreich) kam und dort ein Kloster errichtete, hat der Legende nach einen dortigen Drachen mit Namen Tarasque, den kein Mann zu besiegen vermochte, ganz einfach mit Weihwasser und Kreuz gezähmt und ihn gar seinem Bestimmungsort, der Rhône zurück gegeben. Gezähmt also.

Nun denn.

Auch der Glücksdrache wurde vereinnahmt.

Der vom chinesischen Kaisergeschlecht vereinnahmte Drache war ein stark reglementierter, in Form und Größe und Farbe definiert und er hatte fünf Krallen. Er, nur er, der kaiserliche, also göttliche Drache, durfte diese fünf Krallen aufweisen. Malte also ein Bauer einen Drachen an seine Hütte, stickte eine Frau einen Drachen auf den Gürtel oder machte jemand eine Federzeichnung eines Drachen und war nicht vom kaiserlichen Geschlecht oder beauftragt, diese Arbeit für den Kaiser auszuführen, dann durfte der Drache allenfalls vier Krallen haben. Für ein Vergehen galt die Todesstrafe.

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Zurück zur Fastenzeit

In Bezug auf die Fastenzeit kann man auch eine leichtere Form des Verzichts wählen, die auf die Gesamt-Dauer der sechs Wochen abzielt. Angenommen, Sie haben sich eine Abstinenz von raffiniertem Zucker ab Aschermittwoch vorgenommen, dann sind Datteln genau richtig, denn sie sind mitnichten dem raffinierten Zucker gleich. Sie liefern Vitamin A, B1, B2, C und E und Antioxidantien sowie die Mineralien, also Kalium, Phosphor, Natrium, Zink und Mangan.

Nun, jeder kann selbst entscheiden, welches Thema individuell zu beackern wäre – Zucker, Alkohol, Rauchen, Handy, Spiele, Neid, Gier, Hass ..


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Hinweise und Quellen

Lichtmess, das Fest der Kerzen
www.alimentarium.org

Cernunnos
www.landschaftsmuseum.de

Wikipedia
Fafnir, Sigurd

Verweise intern auf KJUI.de

Podcast Valentinstag

Podcast Ringelnatz und Valentin


Mit Dank vorab für Empfehlungen!

Herzliche Grüße
Anke Ilona Nikoleit


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