Anke Ilona Nikoleit | Autorin für AD-Tonspuren und Bildbeschreibungen

A U D I O - S C R I P T

A u d i o d e s k r i p t i o n e n © K J U I


Audiodeskription. Wieder so ein Wort, das lateinisch und lang daher kommt und deshalb flugs in die Abkürzung "AD" mündet. Wie sonst auch sollte man die Doppelung eines entsprechenden Skripts kaschieren. Als Audiodeskriptorin erstelle ich also AD-Skripte. Und das bedeutet, Bilder in Sprache zu wandeln, um sie hernach als gesprochene Worte wieder in Bilder wandeln zu können. Wozu das Ganze? Um blinden Menschen mehr und mehr Zugang zu den uns all überall umgebenden Medien zu verschaffen.


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Skripte zur Sprachaufnahme

AD-Skript (PDF)

zum Video "Tanabata" beim Zertifikatsabschluss der UdK Berlin in 2014: Das Skript ist ein Spiel mit den Ausnahmen und das beginnt schon mit dem Genre, denn die Erzählung darf für gewöhnlich ohne Beschreibung auskommen. Passend zum Genre allerdings sind hier auch Vergleiche, wie das Wäsche waschen anstelle einer umständlichen Beschreibung der sich bewegenden Arme, eine gute Ergänzung für das ungesagte Bild.

AD-Skript (PDF)

zum schwedischen Krimi "Iris - Die Wahrheit" Folge 6 "Loslassen": Dieses Skript ist kompakt, ein bisschen zu gründlich vielleicht. Für die Produktion gelten Aufwand und Nutzen. In der Korrektur sind verbleibende Stolperer zu lösen, ohne jedoch neue zu kreieren. Die Hauptregie bewirkt Änderungen im Produktionsprozess und schließlich ist es der Auftraggeber, der das Ergebnis dirigiert, während Sprachaufnahme und Abmischung sich um den Feinschliff kümmern.

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Zertifiktat

Wie es dazu kam, dass ich den Audiodeskriptionskurs machte.

Drei Ereignisse in drei Wochen: In einer Märchensprechstunde verwies jemand auf ein Foto von einer anderen Frau unter meinem Namen. Nee, kann nicht sein.

Meine Zahnärztin verkündete frohgelaunt, sie hätte mich in einem Film-Nachspann entdeckt. Nee, kann ganz und gar nicht sein.

Und dann in einer Erzählung hatte ich erstmals eine blinde Frau in meinem Publikum. Ich war aufgeregt, denn ich wusste, dass ich nie und nimmer glatt durchkomme und dass ein sprachlicher Stolperer, der im Regelfall vielleicht noch mit Gesten auzubügeln wäre, im Empfangsbild eines Erblindeten deutlich mehr Raum einnehmen wird. Sie aber machte mich auf Anke Nicolai aufmerksam und sagte, da solle ich meine Dienste anbieten.

Die "andere Anke" ist seit 25 Jahren am Markt in Sachen Audiodeskription. Für mich zeigte sich ad hoc, dass alle "Skills" die ich zu bieten habe, zum Gewerk passen. Ich wagte es also, schrieb eine E-Mail, rief sie an und bat um Praxis bei ihr. So einfach sei das nicht, sagte sie. Und es stimmt ja auch. Es gibt ein seit Jahrzehnten aufgebautes Reglement und ein Geflecht aus dem, was sein muss und dem, was sein kann. Man lernt so etwas nicht nebenbei, sondern in der Praxis.

Ich habe es geschafft. Die Ausbildung der Hörfilmakademie war fundiert, qualifiziert und umfangreich. Von der Basis über eine erste 45-minütige Staffel-Folge hin zu einer Naturdokumentation, über einen 90-minütigen Krimi hin zur Abschlussarbeit im Team jeweils mit Skript, Frazier und Glossar.

Ich freue mich, nun auch dieses Lineal der Sprach-Bild-Wandlung in meine Arbeit einzubeziehen.

Herzliche Grüße
Anke Ilona Nikoleit

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