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Geburtstag am Siebenschläfer!

Ich wusste, wenn es an meinem Geburtstag Blasen regnete, dann würde es sieben Wochen lang regnen. Und ich wusste, wenn man sich diese Geschichte vom Siebenschläfer erzählt, gibt es auch noch andere - das mag der Beginn meiner Berufung gewesen sein!

Lebenslauf, ganz authentisch!

Ich kam im Krankenwagen zur Welt, auf dem Weg von Storkow nach Beeskow. Dank an meine tapfere Mutter! Ich war ein neugieriges Kind und viel zu ehrlich für diese Welt, einerseits konnte ich nicht lügen und andererseits konnte ich Geheimnisse bewahren. Ambivalenz pur! Ambivalent ging es weiter. Mittlerweile lebten wir, meine Schwester, meine Eltern, meine Oma und der kriegsversehrte Onkel, in der Prignitz, in Karstädt und Dallmin. Ich sang und tanzte, strickte und nähte, pflegte und putzte zu Hause und bei Oma und spielte Krieg und Indianer, kletterte auf Bäume und Strommasten, liebte das LKW Fahren und die Tankstellen, die mein Vater mit mir anfuhr, und die Straßenverkehrsordnung. Ich langweilte mich im Unterricht der ersten Jahre - das gab eine wohlgemeinte "drei" in Betragen. Bei Oma lag ein Buch in altdeutscher Schrift, "D'Artagnan und die drei Musketiere", das war nicht langweilig!

Ich wollte immer Krimminalistik studieren. Ich malte mir aus, man könne alle Fälle logisch aufspüren und die Wahrheit ans Licht bringen. Aber das ging nicht, ich weiß nicht mehr warum. Was nun? Mit dem Abitur in der Tasche bekam ich die Gelegenheit, Landmaschinenschlosser zu werden und dann zum Studium nach Berlin zu gehen. Warum nicht! Das ist ein solides Handwerk, dachte ich mir und schlug ein. So wurde ich Diplom Ingenieur Technologie der Instandsetzung. Während des Studiums bekam ich meinen ersten Sohn, wir zogen das Studium gemeinsam durch, keine Unterbrechnung. Und ich mochte mein Studium immer mehr, die Konstruktion und das Programmieren von Stücklisten waren meine Steckenpferde. Das ist alles lange her, die Programmiersprache war MS-DOS. Die Promotion schlug ich aus, die Delegierung lief aus, die Forschungsstellen wurden unsicher und ich entschied mich für die Familie, den zweiten Sohn und die Prignitz.

Dann kam die Wende! Sie brachte Umbrüche auf allen Seiten und schnelle Erfahrungen im Berufsleben. Vertriebsaußendienst, Innendienst, Umschulung zum Telekommunikationsanwendungsfachberater, CallCenter-Agent und schließlich wieder Berlin. Gute Arbeit in einem stetig wachsenden mittelständischen Industrieunternehmen mit Anknüpfungspunkten zu allem, was ich bisher gelernt und erfahren habe.

Das Unternehmen wuchs, meine Söhne auch, sie sind Erwachsen. Mein Hang zur Muse, mein Kreativgeist ließen nicht locker. So begann ich 2008 mit der Umstrukturierung meines Lebens. Von da an finden sich Sprachkurse, Erzähleinheiten, Berliner Märchentage und der Zertifikatskurs an der Universität der Künste in meinem Lebenslauf. Und nun bin ich Erzählerin, Impulskraft, Moderatorin und verbinde so meinen Hang zur Muse mit den Menschen. Und also bin ich in meinem Leben genau am richtigen Verlauf - von der Gabelung an auf dem Weg - also auf dem Vektor der "FutureJobs"

Die Legende vom Siebenschläfer!

Seinen Namen verdankt der Siebenschläfer einer Legende. Dieser Legende nach hatten sieben junge Christen (nämlich die sieben Brüder Constantinus, Dionysius, Johannes, Malchus, Martinianus, Maximinianus und Serapio) in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius (249–251) in einer Berghöhle nahe Ephesus Zuflucht gesucht. Sie wurden entdeckt. Sie wurden eingemauert. Der Legende nach starben sie nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang. Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt, wachten auf, bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten und starben wenig später. Sie gelten seitdem als Heilige und außerdem als Schutzpatrone. Sie können bei Schlaflosigkeit und bei Fieber angerufen werden.

Die Legende wurde wohl erstmals im 6. Jahrhundert schriftlich dokumentiert, Gregor von Tours (538–594) übersetzte sie demnach erstmals ins Lateinische. Es kursieren syrische und griechische Varianten der Legende. Auch der Islam (Koran, Sure 18, "Die Höhle") erzählt eine Version dieser Geschichte.

Wie Eingangs schon erzählt, ist der Siebenschläfer auch ein Lostag, also ein Tag, nach dessen Verlauf eine Wetterprognose für den anstehenden Sommer gegeben wird. Man sagt: "Regnet es an Siebenschläfer Blasen in den Pfützen, dann regnet es sieben Wochen lang." - oder - "Von nassen Siebenschläfern tut´s noch lange wässern"

Nun ja, wegen der gregorianischen Kalenderreform ist er eigentlich nicht mehr am 27. Juni, sondern 10 Tage danach, am 7. Juli. Schade, ich habe mich doch so sehr an diesen Siebenschläfer Geburtstag gewöhnt!

Mit dem Nagetier Siebenschläfer hat das nicht zu tun. Es war kein Siebenschläfer mit in der Höhle oder dabei, als die Jünglinge gefunden wurden, allerdings, wer weiß das schon so genau?


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